Donnerstag, 22. Juni 2017

Rosenzeit

Immer wieder schön im Juni. Dieses Jahr auch neue Duftrosen, die kräftig blühen. 


In meinem Roseneck läßt es sich auch ganz gemütlich nach Feierabend sitzen und spinnen. Jetzt geht es auch schon wieder los mit der Rosenblütenblätterernte. Auf Wolle und Seide färben die Rosenblütenblätter einen schönen Ton. 


Das war mein Naturdonnerstag. Mit Sonne und Regen und Gewitter am Abend. Mehr Naturdonnerstage gibt es bei Ghislana.

Freitag, 16. Juni 2017

Spiralgarn und Tweedgarn aus Kamelwolle

Das Kilo Kamelwolle " Projekt Kamelwolle"  ist verarbeitet. Ganz entspannt bei Sommergewitter und Regen habe ich heute die restliche Wolle zu Tweedgarn versponnen ... 


... und nun ruht sie draussen im Entspannungsbad. 


Die Kamelwolle hatte ich von den Trampeltieren  vom Fleckschnupphof in Nassenheide.    geholt. -handverlesen, ungewaschen und ungekämmt- 
 

Nach dem Kardieren habe ich die Wolle so nach und nach auf meinem Sonata zu einfach verzwirnter Wolle, dick verzwirnter Wolle, Spiralgarn, Tweedgarn und Kettgarn ( Deckhaar) versponnen. 



Aus dem gröberen Deckhaar webte ich mit dem Stäbchenwebgerät ein kleines Fußwärmekissen. Das Kettgarn besteht aus langen Deckhaarfasern und der Schuss aus einem Gemisch aus Deckhaar und feiner Unterwolle. Als Schuss nahm ich Kardenband, das ich mit dem Diz vom Kardiergerät abnahm.
 
 

Beim Tweedgarn probierte ich 3 Varianten: 1. Die Sariseide wurde gleich mit kardiert; 2. Die Sariseide wurde mit einem Faden versponnen und anschließend verzwirnt. 3. Die Sariseide gab ich beim Verzwirnen zwischen die Fasern. Am einfachsten fand ich es, wenn die Sariseide gleich mit auf das Kardiergerät kommt und dann versponnen wird. 


Von dem einen Kilo Kamelwolle, waren 710 gramm feine Unterwolle, 200 gramm Grannenhaare und 90gramm waren grob und/ oder verfilzt und werden nun für Nadelkissenfüllungen verwendet. So wird von dem 1 Kilo Kamelwolle alles verwendet.


So nun wünsche ich euch ein gutes Wochenende und bis bald !

Dienstag, 13. Juni 2017

Eco Print auf Wolle

Auch wenn es noch einiges zu tun gibt in meiner frisch renovierten Färbewerkstatt, so kehrt allmählich ein bisschen Normalität ein und es geht wieder los mit Färben und Drucken. 


Hier mal wieder Eucalyptusblätter auf Wolletamine mit Robinienholzspänen. Bin gerade dabei alle Materialien für den nächsten Kurs wieder ein bisschen zu sichten, zu sortieren und auszutesten.

 

Nicht alle Eucalyptusblätter färben nämlich auch gleich gut. Habt noch eine gute Woche!

Donnerstag, 8. Juni 2017

"Je mehr Hightech, desto mehr Natur brauchen wir" ...

...ein Zitat von Richard Louv, der auch das Buch "Das letzte Kind im Wald" geschrieben hat.


In seinem Buch geht er dem Thema nach, dass Kinder in der Natur heutzutage eine fast aussterbende Spezies sind. Die Folgen sind oft ihre Fluchten in virtuelle Welten, Hyperaktivität, Gewalt, Sucht sowie eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Natur und Umwelt. In seinem Buch stützt sich Richard Louv auf zahlreiche Interviews und Gespräche, die er mit Wissenschaftlern, Eltern, Kindern, Lehrern und Pionieren der Umweltbewegung geführt hat. Als Kindertherapeutin die seit über 20 Jahren täglich mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, kann ich diese Beobachtung und erschreckende Entwicklung leider bestätigen. 


Selbst aufgewachsen wie in Bullerbü, immer draussen und unterwegs in der Natur, habe ich auch meine Kinder in diesem Sinne aufwachsen lassen. Doch nicht nur Kinder brauchen mehr Natur. Auch ich merke, dass ich meinen täglichen morgendlichen Barfußlauf geniesse, wann immer ich kann barfuß laufe und so viel es geht draussen sein möchte und bin.



Je mehr ich tagsüber am PC sitzen mußte, auf Sitzungen und/oder drinnen war, desto mehr zieht es mich nach Feierabend in die Natur. Geniesse daher das Textilprojekt mit Kindern und Jugendlichen, da ich dort draussen sein kann. Auch geniesse ich schon meinen täglichen Arbeitsweg über Land und durch die Natur, da gibt es unterwegs Schafe,  Kamele, Störche und vieles mehr zu sehen.



Geniesse die Naturseen zum Wandern und Schwimmen und den Wald in meiner Nähe...

 ...geniesse meinen wilden Gartens, von dem wir einen großen Teil bewußt so belassen...

 
... dass sich auch viele Insekten und Wildbienen hier wohlfühlen können. So habe ich hier die große Wachsblume ausgesät, eine Hummelbestäubungsaktion. Dieses Projekt wird jetzt auch von der zentralen Plattform für Citizen Science als Projekt anerkannt. Gefördert vom Bundesministerium für Forschung. Katja machte mich darauf aufmerksam und schenkte mir den Samen. Gerettet vor den Schnecken wächst die Pflanze jetzt im Hochbeet und ich hoffe sie blüht noch.



Katja selbst auch Imkerin und inzwischen auch Hummelexpertin hat hier ganz viele nützliche links zusammen getragen über : Bestäuberkrise, Saatgut, Bienen und mehr.  Ein wichtiges Thema! Heisst es doch Alarmstufe Rot und die Frage ob die Wildbienen bis 2022 ausgestorben sind. Damit die Hummeln, Wildbienen und Insekten sich bei mir wohlfühlen lasse ich die Ränder stehen, wilde Pflanzen und Bienenfutter kann hier wachsen und es gibt Insektenhotels, die auch schon wieder bewohnt sind.
 

Geniesse es regelmäßig in der Natur und Draussen meine Wolle zu verspinnen. Hier mal Islandwolle, naturbelassen frisch aus dem noch fettigen Vlies aus dem Islandprojekt von Karolina. Erst zupfe ich die  Deckhaarlocken, der Rest super feine Wolle wird versponnen.


Bin dankbar in der Natur wohnen zu können. Nun wünsche ich euch ein gutes Wochenende, packt euch warm ein, denn die Natur hat die Schafskälte für uns ab Sonntag vorgesehen. Mit kommt es zwas so vor, als ob sie heute schon ist, aber hier  heisst es erst Sonntag. So ist dies heute mein Beitrag für die schöne Aktion NaturDonnerstag bei Ghislana. Danke dir für die Anregung, schließlich ist das Thema Natur ja auch von Anfang an, ein zentrales Thema bei Wolle-Natur-Farben- Jetzt werden meine Beiträge beim Thema Natur auch unendlich wie bei dir liebe Ghislana und wie es das Thema Natur eben mit sich bringt ;-)

Sonntag, 4. Juni 2017

Geschafft: Färbewerkstatt frisch renoviert

Zuerst wünsche ich euch noch schöne Pfingstfeiertage und hoffe, dass alle diejenigen die ...
 

... diese Tage Schafe scheren, nicht so viel Regen haben wie wir hier.  Lange überfällig, dann noch lange vor mir her geschoben und gestern war es soweit, ich konnte damit starten, die frisch renovierte Färbeküche wieder einzuräumen. Noch lange nicht fertig, aber der erste Einräumschritt ist gemacht, wie ihr hier sehen könnt. 

Vorher sah es so aus: 
 

Der Blick aus dem Fenster sieht jetzt ganz frisch so aus: 


Vorher sah es so aus: 


Ein bisschen trauere ich ja noch meiner alten Färbeküche nach, hatte sie doch diese alte Hexenküchenatmosphäre. Naja ...Loslassen...zum Abschied daher noch ein paar Bilder aus der Hexenküche und ihren Wandlungen durch die letzten 15 Jahre...Die Aussenfassade - Bild mitte rechts- blieb immer ähnlich, aber drinnen brodelte es...
 

Im letzten Herbst hatte ich meine komplette Werkstatt in den Keller geräumt und seitdem auch nicht gefärbt. Im Mai nun konnte ich erst so richtig damit anfangen die Wände und den Putz auf lockere Stellen anzuklopfen, Risse zu verputzen, Löcher zu vermörteln und das ganz mit einer Kalkschlemme zu streichen. Die Decke - immer ein besonderer Spass- hatte ich vorher noch mit Grundierung behandelt und dann auch 2x gestrichen, damit die Farbe deckt. Es waren so einige Herausforderungen zu meistern. 


Mein Waschkessel der zwar in der alten Waschküche einen Schornstein hatte und auch hätte betrieben werden können, hat nun unter einem Dach einen neuen Aussenfärbeplatz in meiner neuen Aussenwerkstatt bekommen. Innen färben mit den Färbedrogen wollte ich nicht und so nahm er mir dort nur Platz weg. Mit dem neuen Kessel, werde ich dann auch größere Mengen färben können. 


Gestern also die Belohnung, das erste Einrichten der neuen Färbeküche. Dauert immer alles länger...Regale aufbauen, Kisten aus dem Keller holen, Färbedrogenkartons von denen es mehrere gibt zusammen legen etc...Die Färbetöpfe stehen alle noch in einem Nebenraum und alles wartet noch auf seinen richtigen Platz. Doch der Anfang ist gemacht und diese viele Dreckarbeit mit Mörtel und Kalk ist endlich vorbei.

Immer wieder mußte ich mich beim Renovieren von diesem alten Gemäuer daran erinnern und selbst ermahnen, nach dem Paretoprinzip zu arbeiten, da ich sonst vermutlich erst nächstes Jahr mit der Renovierung fertig geworden wäre. Hier noch ein Löchlein mit Mörtel, da noch eine unsaubere Stelle etc:  Das Paretoprinzip, benannt nach Vilfredo Pareto (1848–1923), auch Pareto-Effekt, 80-zu-20-Regel, besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20 % der Ergebnisse benötigen mit 80 % die meiste Arbeit. So habe ich meinen Inneren Antreiber "Mache alles perfekt" ganz gut in den Griff bekommen und es geschafft jetzt an Pfingsten fertig zu werden und stehe jetzt bei herrlichstem Regenwetter trocken und räume weiter ein. Freue mich an meiner Gartenpracht.


Ich bin so froh, dass ich es rechtzeitig für meine Kurse trotz familiärer Unglücke, Rippenbruch und anderen höheren Verhinderungsthemen des normalen Lebens, trotzdem endlich geschafft habe wieder eine funktionstüchtige Färbewerkstatt zu haben. Nun kommen die Feinheiten. Kann mich auch wieder besser mit dem Färbegarten beschäftigen. Das Schild kann jetzt auch weg! 
 
Ich wünsche euch schöne Pfingsttage!

Dienstag, 30. Mai 2017

Deckenprojekt Schafwolle II Teil 3 Wolle vom Steinschaf

Neben Werkstattrenovierung, Rohwolle waschen und Beruf wird immer mal wieder zwischendurch ein Teil vom Deckenprojekt Schafwolle 2 fertig. Diesmal vom Steinschaf. Als Steinschaf werden Rassen aus dem Ostalpenraum bezeichnet. Dazu zählen Alpines Steinschaf, Krainer Steinschaf, Montafoner Steinschaf und das Tiroler Steinschaf. Nun weiß ich nicht zu welcher Rasse mein Steinschaf zählt, da ich diese Wollprobe von Ute bekommen habe, dir herzlichen Dank dafür und auf der Tüte steht. Steinschafmädchen von Pushy . 
 

Bildquelle Wikipedia
 Also liebe Ute falls du das liest, bitte schreib mir doch noch von welcher Schafrasse genau die Wolle ist. Also jedenfalls dachte ich immer Steinschafwolle als grobwollige Wolle ist sehr rauh und war dann erstaunt, wie weich sie ist. Die Antwort von Ute siehe unten in den Kommentaren: Das Steinschaf heisst Franzi und ist ein Krainer Steinschaf. 
Hier gibt es ein 6,5 min langes Video über : Rettet das Steinschaf - Gefährdete Haustierrasse.


Genetisch ist das alpine Steinschaf mit dem neusteinzeitlichen Torfschaf verwandt und ist eine der ältesten Schafsrassen. In den Ostalpen war es maßgeblich für die  Versorgung mit Milch, Fleisch und Fell. Die Schafe sind an rauhe Regionen sehr angepasst.

Die Wolle ist wie gesagt in der Einteilung unter grobwollig und läßt sich vor allem für wetterfeste Kleidung, Handschuhe, Mützen, Socken und Loden gut nutzen. Interessant ist auch, dass die Steinschafwolle durch die verschiedenen Farbschläge ohne Färberei viel Vielfalt bringt.



Die GEH (Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen) führt das Alpine Steinschaf in Klasse 2 (stark gefährdet). Bestand 2015 belief sich auf 856 Muttertiere und 85 Böcke.

Hier, hier und hier gibt es noch mehr Infos zu den Steinschafen. Hier   geht es zu den anderen Teilen der Schafwolldecke II.
creadienstag 
Bei heissem Wetter war ich die letzten Tage am liebsten im See ...

...vorbei an Schafen oder...

 

 ...oder in meiner kühlen Werkstatt renovieren...
 

...dauert immer alles länger als man denkt. ;-);  Verfugen, Löcher verputzen, Kalkschlemme...es macht Fortschritte...
 

Die Aussenfassade habe ich auch schon vor Jahren verfugt und die Steine bearbeitet. 

Fugen und verputzen wird allerdings nicht mein neues Hobby ;-) Wünsche euch noch eine gute Woche!